Synchronisierung & Privatsphäre
Synchronisiere deinen Lesefortschritt geräteübergreifend — ohne jemandem deine Bibliothek zu geben
Geräteübergreifende Synchronisierung ist die Funktion, die dich still und leise in Lese-Ökosysteme sperrt. Kindle, Kobo und Google Play Books synchronisieren alle wunderbar — solange du in ihrem Store kaufst, in ihrer App liest und sie jede umgeblätterte Seite protokollieren lässt. Liest du etwas, das sie dir nicht verkauft haben, schickst du plötzlich Dateien per E-Mail an dich selbst.
Es gibt ein besseres Modell: Synchronisierung über einen Cloud-Ordner, den du bereits besitzt. Kein neues Konto, kein Server eines Anbieters, keine Leseanalyse. So funktioniert es und so richtest du es ein.
Das Ordner-Sync-Modell, erklärt
Statt mit dem Sync-Server einer Firma zu sprechen, schreibt die Lese-App kleine Dateien — Leseposition, Lesezeichen, Markierungen, Statistiken — in einen gemeinsamen Ordner auf einem Speicher, den du kontrollierst: Google Drive, Dropbox, OneDrive oder deine eigene Nextcloud. Jedes Gerät, das auf diesen Ordner zeigt, bleibt automatisch synchron.
Warum das im Stillen brillant ist:
- Du wählst den Speicher. Big-Tech-Cloud, selbst gehostete Nextcloud auf einem Raspberry Pi, oder dein NAS — der App ist es egal.
- Kein Konto beim App-Hersteller. Nichts, wofür du dich anmelden musst; nichts, was er sehen kann. Würde der Entwickler morgen verschwinden, liegen deine Dateien immer noch in deinem Ordner, lesbar.
- Deine Lesegewohnheiten bleiben privat. Kein Server auf der anderen Seite, der protokolliert, was du um 2 Uhr nachts liest.
So richtest du es in Lectern ein
Lectern nutzt genau dieses Modell — es hat von Grund auf gar keine Konten.
- Leg deine Bücher in einen Ordner innerhalb von Drive, Dropbox, OneDrive oder Nextcloud (deren Apps stellen diese Ordner Android zur Verfügung).
- Füge diesen Ordner in Lectern als Bibliotheksort hinzu und aktiviere die Synchronisierung.
- Wiederhole das auf deinen anderen Geräten — Smartphone, Tablet, Boox-E-Reader. Fortschritt, Markierungen, Lesezeichen und Statistiken folgen dir jetzt überallhin.
Das war's schon. Liest du offline auf einem Flug? Änderungen sammeln sich lokal an und gleichen sich ab, sobald der Ordner das nächste Mal synchronisiert.
Bonus: OPDS für das komplette selbst gehostete Setup
Wenn du Calibre für deine Bibliothek nutzt, kombiniere das mit Calibre-Web: Lectern durchsucht OPDS-Kataloge, sodass du direkt von deinem eigenen Server in die App herunterladen kannst — und die über 70.000 kostenlosen Bücher von Project Gutenberg funktionieren genauso. Wer selbst hostet, bekommt den kompletten Kreislauf: dein Server, dein Speicher, dein Reader, null Dritte.
Häufig gefragt
Welche Dienste funktionieren?
Ordner auf Google Drive, Dropbox, Nextcloud und OneDrive — alles, was Android über seine offizielle App einen synchronisierten Ordner zur Verfügung stellt.
Sieht Lectern meine Daten?
Nein. Es gibt keinen Lectern-Server. Das Sicherheitslabel im Play Store liest sich als „keine Daten erfasst“, weil es nichts gibt, womit man sie erfassen könnte.
Was genau wird synchronisiert?
Leseposition, Lesezeichen, Markierungen, Notizen und Lesestatistiken. Deine Bücher selbst liegen ebenfalls im gemeinsamen Ordner, sodass neue Bücher überall erscheinen.
Was kostet Lectern?
Einmalig 2,49 € bei Google Play. Kein Abo — ein Sync-Dienst mit monatlichen Gebühren würde dem Sinn der Sache widersprechen.
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