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Was ist OPDS?
OPDS ist einer dieser stillen Standards, die ein Problem lösen, das du vielleicht nie benannt hast: Bücher in deine Lese-App zu bekommen, ohne Browser, Download-Ordner und Dateimanager dazwischen.
In einem Satz: OPDS (Open Publication Distribution System) ist ein Katalog-Feed für Bücher. Ein Server veröffentlicht unter einer Webadresse eine Buchliste; deine Lese-App liest diese Adresse und lässt dich stöbern, suchen und laden, ohne die App zu verlassen.
Warum es das gibt
Der normale Weg, ein Buch aufs Telefon zu bekommen, ist mühsam: Browser öffnen, Downloadlink finden, hoffen, dass die Datei irgendwo Auffindbarem landet, dann importieren. Multipliziert mit jedem Buch ist das der Grund, warum Leute freie Bibliotheken aufgeben und doch im Laden kaufen.
OPDS entfernt diese Schritte. Der Katalog erscheint im Reader, wie ein Laden, der in der App wohnt, aber von dem betrieben wird, der den Feed veröffentlicht: eine Bibliothek, ein gemeinfreies Archiv oder ein Server bei dir zu Hause.
Wie es funktioniert, kurz
Ein OPDS-Katalog ist ein schlichter Web-Feed, eng verwandt mit Atom und RSS. Er listet Einträge mit Titel, Autor, Beschreibung, Cover und einem oder mehreren Downloadlinks. Lese-Apps verstehen diese Struktur und können sie als durchstöberbaren Katalog mit Suche darstellen.
Zwei Generationen sind im Einsatz: OPDS 1.x auf Basis von Atom XML, das fast alles unterstützt, und OPDS 2.0 auf Basis von JSON, neuer und aufgeräumter. Als Lesender musst du nicht wissen, welche ein Katalog nutzt.
Weil es ein offener Feed ist, bindet dich nichts daran. Die geladenen Bücher sind gewöhnliche Dateien, die dir bleiben, wenn der Katalog verschwindet.
Wer einen OPDS-Katalog veröffentlicht
- Project Gutenberg, mit Zehntausenden gemeinfreier Bücher.
- Standard Ebooks, das gemeinfreie Werke mit sorgfältiger moderner Typografie neu herausgibt.
- Das Internet Archive sowie diverse National- und Universitätsbibliotheken.
- Dein eigener Server. Calibre-Web, Kavita und Komga stellen deine Sammlung jeweils als OPDS-Feed bereit, was aus einem Heimserver eine private Buchhandlung fürs Telefon macht.
- Manche öffentlichen Bibliothekssysteme, wobei das Ausleihen meist weiterhin über deren eigene App mit DRM läuft.
Einen Katalog hinzufügen
Der ganze Vorgang: Katalog-URL finden, in den Reader einfügen, fertig. Die meisten Apps mit OPDS-Unterstützung bringen ein paar Kataloge mit, damit du siehst, wie das aussieht, bevor du eigene ergänzt.
Lectern hat Project Gutenberg und Standard Ebooks eingebaut, nimmt eigene Katalog-URLs an und kann sich mit einem Calibre-Web-Server synchronisieren, falls du einen betreibst. Stöbern, Laden und Lesen passieren an einem Ort, und geladene Bücher landen wie jede andere Datei in deiner Bibliothek.
Zwei praktische Warnungen
- Füge nur Kataloge hinzu, denen du traust. Ein OPDS-Feed ist bloß eine Webadresse und kann jede beliebige Datei ausliefern. Bleib bei bekannten Projekten und Servern, die du kontrollierst.
- Kataloge sind kein Backup. Ist dir ein Buch wichtig, behalte die geladene Datei im eigenen Ordner, statt darauf zu setzen, dass der Feed nächstes Jahr noch da ist. Siehe eine digitale Bibliothek ordnen.
Wenn du dir je eine Buchhandlung gewünscht hast, die kein Laden ist: OPDS ist das Nächste, was das offene Web gebaut hat.
Häufig gefragt
Wofür steht OPDS?
Open Publication Distribution System. Es ist ein Katalogformat für E-Books, eng verwandt mit Atom und RSS, das Lese-Apps direkt durchstöbern können.
Ist OPDS kostenlos?
Der Standard ist offen und kostenlos. Einzelne Kataloge setzen eigene Bedingungen: Project Gutenberg und Standard Ebooks sind gratis, ein Bibliothekskatalog braucht vielleicht einen Ausweis, und dein eigener Server gehört dir.
Kann ich einen eigenen OPDS-Katalog betreiben?
Ja. Calibre-Web, Kavita und Komga veröffentlichen deine Sammlung als OPDS-Feed, sodass jeder kompatible Reader in deinem Netz darin stöbern und laden kann.
Unterstützt Lectern OPDS?
Ja, mit eingebautem Project Gutenberg und Standard Ebooks, Unterstützung für eigene Katalog-URLs und optionaler Synchronisierung mit einem Calibre-Web-Server.
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